Header

holzquelle Blog

Wald. Holz. Wissen.

Holzmarktbericht Dezember 25 - Nadelrundholz extrem gefragt

Matthias Steinparzer
|
06.01.2026

Welche Holzarten lassen sich im Dezember 2025 gut verkaufen – und wo wird’s mühsam? Der Holzmarktbericht Dezember 2025 des Waldverbands Österreich zeigt ein klares Bild: Nadelsägerundholz bleibt extrem gefragt, das Angebot ist vielerorts knapp – und das treibt die Preise weiter. Gleichzeitig läuft die Konjunktur in Österreich nur schleppend, was man vor allem in einzelnen Industrie- und Papiersortimenten spürt. Hier das aktuelle Lagebild:


Nadelsägerundholz: Holzhunger hält an – Preise weiter fest

Die Nachfrage nach Nadelsägerundholz (v. a. Fichte/Tanne) ist ungebrochen hoch, weil das Angebot weiterhin eher gering ist.
Die Folge: Preise konnten nochmals zulegen – und sogar schlechtere Qualitäten lassen sich aktuell zu verhältnismäßig guten Konditionen vermarkten.

Bemerkenswert: Der Holzhunger ist so groß, dass einzelne Sägewerke bei Schwachblochen teils einen geringeren Mindestzopfdurchmesser akzeptieren als üblich.

Logistik & Abtransport:
Ernte- und Frachtkapazitäten sind grundsätzlich ausreichend vorhanden – bereitgestellte Sortimente werden rasch abtransportiert.
Gebietsweise sorgte allerdings der nasse Untergrund für echte Herausforderungen bei Ernte, Rückung und Transport. Wenn möglich tiefe Temperaturen wie Ende Dezember und Anfang Jänner ausnutzen.

Praxistipp:
Bei nassen Böden unbedingt Bodenschutz & Rückegassen-Management priorisieren – Schäden kosten am Ende oft mehr als ein “schneller” Einschlag bringt.

20251225_095808.webp


Kiefer: Im Sog der Fichte deutlich stärker – Nachfrage & Preis über Vorjahr

Auch die Kiefer profitiert spürbar vom starken Nadelmarkt:
Es ist eine weitere Nachfragebelebung zu sehen – und gegenüber dem Vorjahr sind deutliche Preissteigerungen möglich.

Kurz gesagt: Kiefer ist im Dezember 2025 wesentlich besser dran als noch in schwächeren Marktphasen – vorausgesetzt, Qualität und Logistik passen.


Lärche: Sehr rege nachgefragt – Preisniveau meist unverändert, aber stabil stark

Die Lärche bleibt sehr rege nachgefragt.
Das Preisniveau ist meist unverändert, aber die Marktstimmung bleibt klar positiv: Wer saubere Ware anbietet, findet weiterhin schnell Abnehmer.


Nadelwertholz: Submission OÖ zeigt, wie dynamisch der Markt wirklich ist

Die starke Nachfrage spiegelt sich auch in der oberösterreichischen Nadelwertholzsubmission wider:

  • Tanne: Durchschnitt 283 €, rund 21 % über Vorjahr – sogar über Fichte
  • Fichte: Durchschnitt 262 €
  • Höchstgebot: Lärche mit 838 €/fm

Das unterstreicht: Im Wertholz zählt derzeit Qualität + saubere Ausformung mehr denn je.


Laubsägerundholz: Eiche & Esche bleiben gefragt – Ausformung entscheidet den Erlös

Am Laubsägerundholzmarkt wird die rege Nachfrage nach Eiche und Esche fortgeschrieben.
Aber: Der optimale Erlös hängt stark von der kundenorientierten Ausformung ab.

Empfehlung aus der Praxis:
Vor der Aufarbeitung Ausformungswünsche aktiv erfragen und vereinbaren – genau hier wird im Laubholz der Unterschied zwischen “verkauft” und “top verkauft” gemacht. Waldhelfer:innen und Forstberater:innen können hier viel herausholen – gerade bei Eiche/Esche lohnt sich die Abstimmung vorab.


Industrieholz: Werke gut bevorratet – Papierabsatz schwach, Preise kaum in Bewegung

Die Standorte der Papier-, Platten- und Zellstoffindustrie sind insgesamt gut mit Nadelindustrierundholz versorgt.
Österreichweit halten sich Nachfrage und Angebot meist die Waage.

  • Steiermark: Es wird von zunehmender Nachfrage berichtet – ohne dass sich das im Preis bemerkbar macht.
  • Papiersortimente: Der Absatz diverser Sortimente ist weit unterdurchschnittlich.
  • Laubfaserholz: Nachfrage verhalten, Preise zumeist stabil.

Unterm Strich: Industrieholz läuft weiter, aber ohne echte Dynamik – und Papier bleibt das Sorgenkind.


Energieholz & Hackgut: Regional kommt Bewegung rein – Qualität trennt Gewinner und Verlierer

Beim Energieholzmarkt kommt regional langsam Schwung auf.
Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Hackgut/Energieholz hat zugenommen.

Gleichzeitig bleibt die Lage klar zweigeteilt:

  • Gute Qualität: Nachfrage vorhanden, Markt “wacht auf”
  • Minderqualität: nach wie vor schwierig zu vermarkten

Brennholz:
Qualitativ hochwertiges Brennholz kann sein Preisniveau halten – wintertypisch bleibt es damit das stabilste Energie-Sortiment.


Fazit: Holzmarkt im Dezember 2025 – Nadel stark, Laub selektiv, Industrie differenziert

Der Holzmarktbericht Dezember 2025 bringt eine klare Trennung:

  • Fichte/Tanne (Nadelsägerundholz): Nachfrage sehr hoch, Preise fest – sogar schwächere Qualitäten laufen gut.
  • Kiefer: deutlich stärker als im Vorjahr, profitiert vom Nadel-Sog.
  • Lärche: sehr rege nachgefragt, Preise stabil auf gutem Niveau.
  • Eiche & Esche: Nachfrage bleibt stark – Ausformung entscheidet.
  • Industrieholz/Papier: gut bevorratet, Papierabsatz schwach, wenig Preisfantasie.
  • Energieholz: kommt regional, aber Qualität ist der Schlüssel.

➡ Wer jetzt im Winter gezielt vermarkten will, sollte Qualität absichern, witterungsbedingt sauber planen.


Mehr Updates gibt’s Ende Jänner 2026.
Bis dahin: gute Abfuhrfenster, stabile Preise – und vor allem unfallfreie Arbeit im Wald! 🌲💪

Auf unserem Marktplatz kannst du dir ein Bild von dem aktuellen Rundholzangebot machen:
Mehr von holzquelle auf:
FacebookLogoTikTokLogoYoutubeLogo
Weitere interessante Artikel: